De  En 

Zurück

Nicht jeder teure Wein ist gleichzeitig eine attraktive Kapitalanlage. Grundsätzlich kommen nur Rotweine in Frage. Sie werden mit der Zeit immer interessanter und komplexer, während Weißweine an Spritzigkeit verlieren. Ob sich eine Investition in Wein lohnt, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Die wichtigsten sind Anbaugebiet, Jahrgang, Langlebigkeit, Bewertung und Verpackung.

Anbaugebiet

Ganz vorn stehen Spitzenrotweine, die sogenannten Premier Crus, aus dem französischen Anbaugebiet Bordeaux, wie Château Pétrus oder Château Mouton-Rothschild. Weine aus dieser Region gehören seit langen zu den qualitativ hochwertigsten mit teils erheblichen Wertzuwächsen. Es folgen edle Weine aus dem französischen Burgund und vereinzelt auch Kultweine aus Italien, Australien oder Kalifornien.

Jahrgang

Ein exzellentes Anbaugebiet reicht nicht aus, je nach Jahrgang können mitunter erhebliche Unterschiede bestehen. Als besonders lukrativ gelten zum Beispiel die Jahrgänge 1982, 1986 und 1990, die innerhalb eines Jahres um 100 oder gar 1000 Prozent im Wert stiegen.

Bewertung

Ein ganz wichtiges Kriterium sind auch die Bewertungen namhafter Experten, vor allem die des berühmtesten Weinjournalisten der Welt: Allan Parker. Je höher er einen Wein bewertet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der edle Tropfen im Wert steigt. Als Kapitalanlage eignen sich am ehesten Weine, die Parker mit 96 bis 100 Punkten benotet. Orientierung bieten zum Beispiel auch die Urteile des Schweizers René Gabriel.

Haltbarkeit

Geeignete Weine müssen auch nach Jahren noch trinkbar sein. Bei Langlebigkeit überzeugen insbesondere Bordeaux und Burgunder, deren gute Jahrgänge sogar nach 100 Jahren noch genießbar sind.

Seltenheit

Je seltener ein edler Sammlerwein ist, desto attraktiver ist er als Geldanlage. Von einem der teuersten Weine überhaupt – Château Pétrus aus Pomerol – werden nur 45.000 Flaschen pro Jahr produziert. Und von dem Burgunder Domaine Romanée-Conti werden in manchen Jahren nur 7.000 Flaschen abgefüllt.

Verpackung

Große Flaschen bieten ein höheres Wertsteigerungspotenzial als ein „Bouteille“ (0,75-Liter-Flasche), da sie seltener sind, besser gelagert werden können und der Wein seinen Geschmack besser behalten kann. Am besten sollte der Wein im Originalgebinde verpackt sein. Fehlt bei einem Bordeaux zum Beispiel die Original-Holzkiste mit dem Brandzeichen des Château, kann dies zu erheblichen Wertminderungen führen. Auch der Zustand des Etiketts wirkt sich auf den Preis aus.

Füllhöhe

Ein kleiner Schwund über die Jahre ist normal und wirkt sich nicht auf den Preis aus. Ein überdurchschnittlicher Schwund kann auf nachlassende Dichtigkeit des Korkens hinweisen und preismindernd wirken.